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Sonntag, 25. Juni 2006

Umzug

Mir liegen tausend Sachen auf der Zunge. Aber ich weiß, dass es wieder Ärger gibt, wenn ich sie poste. Die Schlussfolgerung wäre, die Klappe zu halten. Aber genau deshalb habe ich mit der Bloggerei angefangen: Um irgendwo den Dreck loszuwerden, über den ich mich ärgere, den ich aber nicht laut sagen sollte. Wenn ich mir nun auch auf diesen Seiten selbst den Mund verbiete, haben sie keinen Sinn mehr. Deshalb bin ich weg. Irgendwo anders. Wer mich finden will, wird mich finden. Wen ich nicht verlieren will, werde ich über meine neue Bleibe informieren, sobald ich mich eingerichtet habe. Und tschüss.

Könnte bitte

...irgendjemand RTL mal verbieten, diese blöden Fragen in die Gewinnspiele zu packen. Das ist ja eine Zumutung!

England hat keine Chance

Die meistüberschätzte Mannschaft dieser WM wird nach dem Viertelfinale heimfahren. Es ist völlig egal, ob die Portugiesen die Kiste heimbringen oder ob wir eine weitere Runde Fans in hässlichen orangefarbenen Aufzügen ertragen müssen. Ähm, also um das kurz klarzustellen: Ich mag Holländer. Wenn sie nicht gerade gegen uns gewinnen, mag ich sie sogar beim Fußball ("uns" meint in diesem Fall sowohl Deutschland als auch Italien). Ich mag den niederländischen Stil, schaue unheimlich gern deren Spiele. Aber im Grunde meines Herzens gehöre ich eben doch an die Nordseite des Mittelmeeres. Deshalb werde ich im Zweifel halt immer eher für Italien, Spanien, Portugal oder Griechenland halten. Aber eigentlich gönn ich es Beiden.

Aber nochmal: England wird untergehen. Gnadenlos. Schon das zweite Mal haben die ein Spiel nur deshalb gewonnen, weil Beckham einen blöden Freistoß versenkt hat. Denn ich lasse mir von niemandem was von einer überwältigenden Feldüberlegenheit der Engländer erzählen. Die spielen so wie meine Londoner Jungs arbeiten: große Bugwelle, viel Getue, aber massive Schwächen in den Bereichen Konzept, Plan und Struktur. Wobei ich nicht mal glaube, dass Eriksson dran schuld ist. Ist aber auch egal. Es bleibt dabei: die Engländer fahren heim.

Der beste aller Männer

Eigentlich verwende ich diese Bezeichnung ja nur für den aktuellen Lebensabschnittsgefährten. Ist wohl Wunschdenken, dass ich das neuerdings mit ihm in Verbindung bringe. Dann beiße ich mir immer auf die Zunge. Denn derartige Schlüsse trotz eines gemeinsamen Wochenendes (das erste nach 1 Jahr und 2 Monaten, die wir uns kennen) zu ziehen, wäre völlig abwegig. Ich werde wohl langsam sehr wunderlich. Wie das eben passiert mit diesen Karrierefrauen, die Ewigkeiten keine Beziehung mehr hatten. Tja, *schulterzuck*, so ist das eben...

Was wäre sonst noch zu sagen? Nur das:

Notti magiche
inseguendo un gol
sotto il cielo
di un estate italiana

E negli occhio tuoi
voglia di vincere.....................

Donnerstag, 22. Juni 2006

Grüne Augen,...

...grüner Rasen, guter Fußball und kühles Bier.

...und eine Katze im siebten Himmel. Mehr habe ich nicht zu sagen. (An dieser Stelle musste sich die Autorin die Worte "Ich habe fertig" verkneifen, denn dieser Spruch wird erst in 10 Jahren wieder lustig sein. Dann ist das wahrscheinlich der Totalinsider...)

Mittwoch, 21. Juni 2006

Akute Konzentrationsschwächen...

...liegt selbstverständlich am Wetter!

IHR KÖNNT MICH ALLE

Nur noch ein paar Stunden, dann bin ich hier raus!

Grüne Augen, grüner Rasen, guter Fußball und kühles Bier.

Und bis dahin könnt ihr ruhig alle Eure persönlichen Befindlichkeiten an mir ausleben, Eure Klischees ausbreiten, könnt mir meinetwegen stundenlang die Ohren zusabbern mit Eurem Weltbild oder Euer immer unterdrücktes Bedürfnis nach der Zuschaustellung von Authorität an den Mann bringen. Klar, rennt hier hektisch rum. Ruft mich alle 2 min wegen irgendwelchem Scheiß an. Ihr nervt mich damit heute nicht. Heute gibt es nur die Zeit bis zum Anpfiff. Die Zeit bis zu funkelnden grünen Augen. Alles andere prallt an der Seifenblase ab. Heute bin ich mal Arbeitnehmer: warte den ganzen Tag darauf, das Büro zu verlassen.

Dienstag, 20. Juni 2006

Erinnerungen

EM 2000. Letztes Gruppenspiel. Italien gegen Schweden. Es ging um nix mehr. Ein Grottenkick. Meine Freundin und ich sabbernd vor dem Fernseher. Immer, wenn der Ball mal wieder im Nirvana verschwand und ein hilfloser Kameramann, der auch nicht mehr wusste, was er denn jetzt ins Auge fassen sollte, zu Nahaufnahmen überging, bestätigten wir uns, dass es sich um ein optisch sehr ansprechendes Spiel handele. Wir mussten dabei allerdings in Deckung gehen. Die anwesenden Herren drohten sehr offen mit körperlicher Gewalt. Was uns nicht vom sabbern abhielt.

Am Samstag also wieder sabbern. Innerlich zumindest.

Blicken wir also nach vorn: WAS ZIEH ICH MORGEN AN?

OK

keine Wertungen
keine Unterstellungen

dafür Wünsche
und... ja, auch das: GEFÜHLE

Menschen mitteilen, wie ich mich gerade fühle... damit sind keine Prinzen gemeint, sondern die, die mit mir arbeiten... ich kann mir gegenwärtig nichts Abwegigeres vorstellen. Komme mir vor wie oben auf der Saslong. Kleine Schritte, sagt sie. Ok, kleine Schritte. Heute hab ich's aufgeschrieben, morgen denk ich drüber nach.

*Ich hab Dich lieb*

Er schluckt.

"Hab ich Dir eigentlich schon gesagt, dass Du völlig verrückt bist?"

Dann schlägt er die Autotür zu.

Und ich Volltrottel glaube jetzt wieder, dass es doch noch Hoffnung gibt...

Montag, 19. Juni 2006

E wie Exit

Steht im Fahrstuhl auf dem Knopf, den ich gleich drücken werde.

Grüne Augen und roter Wein. Wahrscheinlich ein Gurkenspiel, but I couldn't care less.

...übrigens auch im Hinblick auf die Giftpfeile. Auch wenn meine Meinung nicht so festgefahren ist wie Eure. Denn zugeschlagene Türen sind nicht meins, auch wenn ich glaube, Recht zu haben. Vielleicht zu einer anderen Zeit.

Und jetzt ruft die Abendsonne!

Einen schönen Abend allerseits

Scheiße Scheiße Scheiße

Jetzt hab ich Müll gebaut. Und mit der Reparatur kann ich erst morgen anfangen. Ich hasse sowas!

Strike.

Danke. Genau, was ich Kellerkind brauchte. Wenn jetzt die Ukraine bitte das gleiche Resultat gegen die Saudis...

Liebe Schweiz,

wäret Ihr bitte so liebenswürdig, in der zweiten Halbzeit auch ein zweites Tor zu schießen und ja keins reinzulassen? Ich brauch die drei Punkte für ein richtiges Ergebnis nämlich dringend, sonst werd ich beim Tippspiel nach unten durchgereicht.

Ich gebe zu, dass ich betrunken war, als ich die Tipps ausgefüllt habe, sonst hätte ich mich daran erinnert, dass ein gewisser Herr Zuberbühler im schweizer Tor steht, zu dessen Zeiten in der Bundesliga man Leverkusen getrost als Schießbude der Liga bezeichnen konnte...

Überraschende Begegnung

*Einmal Salat Italia zum Mitnehmen, bitte*

Eine vertraute Stimme hinter mir:

"So so, und heute abend wieder angeblich vor Hunger sterben."
*Klar, da zahlst Du ja.*
"Fieses Etwas"
*Na gut, wenn Du das so siehst, leiste ich Dir eben keine Gesellschaft, während Du allein Deinen Lunch in Dich reinschaufelst.*
"Wie kommst Du darauf, dass ich allein esse?"
*Wer will mit Dir schon essen?*
"Du, heute abend."
*Ich mach das aus purer Menschenfreundlichkeit.*
"Ach so, und ich dachte schon, weil Du Dir sonst kein warmes Abendessen leisten kannst."

Die grünen Augen wenden sich zu dem Typen hinter dem Tresen:

"Die junge Frau hat ihre Meinung geändert und nimmt ebenso wie ich die Tagliatelle mit Trüffeln. Wir sitzen dahinten."

Erwähnte ich eigentlich schon mal, dass ich unverschämte Männer liebe?

Sonntag, 18. Juni 2006

"Pflichttermin"

Seit Wochen versuche ich irgendwie, um diese Einladung herumzukommen. Aber irgendwie ging die Absage nicht. Kindtaufe. Ein weiterer Beitrag aus der Reihe: "Erbärmlichkeit meines Lebens". Doch das war noch nicht alles. Er Ex-Kollege. Sie ausschließlich Ehefrau und Mutter. Südamerikanische Herkunft. Dazu die Familie. Vater war mal Vorstand eines deutschen Konzerns. 2 Brüder. Der eine Heuschrecke in USA. Seine Gattin war früher seine Sekretärin. Jetzt arbeitet sie nicht mehr. Der andere Manager in Asien. Seine Frau hat GP-Mäuschen gelernt. Nie gearbeitet. Dazu noch ein paar seiner aktuellen Kollegen mit den teilweise schwangeren, teilweise stillenden Gattinnen. Und zwei alte Freunde. Der eine gerade geheiratet, der andere mit schwangerer Gattin. Dazu ein geschätztes Duzend Kleinkinder. Mit anderen Worten: schlimmer geht ja wohl gar nicht.

Denkste.

Selten habe ich in meiner eigenen Familie so viel Wärme erlebt. Ich war nicht einfach geduldet, als Single irgendwo am Katzentisch, sondern jeder trat mir mit einer atemberaubenden Selbstverständlichkeit entgegen, gab mir Gelegenheit, an Gesprächen teilzuhaben, anstatt mich auszugrenzen . Mit wem immer ich sprach, offen und liebenswürdig wurde erzählt, von Themen, die gerade bewegen. Nicht eine Sekunde habe ich mich fehl am Platze gefühlt, wie sonst so oft bei diesen Gelegenheiten. Die Bereitschaft, mit der diese Familie einen für sie wichtigen Tag mit "Fremden" teilte, hat mich beeindruckt. Ebenso wie der Umstand, dass man zwar über drei Kontinente verteilt ist, dennoch aber ohne den geringsten Zweifel eine Familie ist. Weil es gemeinsame Fundamente gibt. Wie Respekt. Liebenswürdigkeit. Familiensinn. Ein Tag ohne das hohle Gequatsche, dass man von solchen Events erwartet. Eine ansteckende Leichtigkeit. Und eine atemberaubende Gastfreundschaft. So, genau so soll das Haus sein, was ich mal führen möchte...

Höchststrafe

Was ist schlimmer, als Italienspiele nicht zu sehen? Schlechte Italienspiele inmitten von mitgebrachten hauptberuflichen Ehefrauen mit Uniabschluss sehen zu müssen, die alle spontan beschlossen haben, für den Gegner zu sein und deren Kommentare mit steigender Inkompetenz der Italiener an Schwachsinnigkeit nicht mehr zu übertreffen sind.

Dabei bin ich ja eigentlich Kummer gewohnt. Ich verziehe nicht mal mehr eine Miene, wenn ich mal wieder Fragen wie die nach dem Seitenwechsel höre. Oder dieses hingekeifte "Elfmeter", wenn der Stürmer geschätzte 10 Meter vor dem Sechzehner eine Schwalbe hinlegt. Auch Bitten um die Erklärung, warum es jetzt Einwurf und nicht Ecke gibt, ignoriere ich. Ebenso wie die Frage nach der Erläuterung des Konzepts eines indirekten Freistoßes. Habe ich doch gelernt, dass die Mädels eh nicht wollen, dass ich es ihnen erkläre.

Ich habe ca. 20 x die Frage gezählt, wo das Spiel denn jetzt stattfinde. Obwohl die anwesenden Herren in der ihnen eigenen fürsorglichen Art jedes Mal erläuterten, dass das sogar am Rand zu lesen sei. Lautstark keifend wurde dann stets angemerkt, dass man das ja nicht lesen könne. In etwa genauso oft wurde gefragt, wie die denn in der letzten Runde gespielt hätten. Wirklich erschreckend war, dass ich die Einzige war, die es wusste. Irgendwann hatte der Gastgeber den Spielplan gefunden und rechnete mir vor, dass die Möglichkeit bestünde, dass ich in Dortmund Australien gegen Ghana bewundern dürfte. Danke.

Niederschmetternd war allerdings, dass die Italiener tatsächlich so schlecht spielten, dass ich einfach nur stumm mit dem Kopf schütteln konnte. Ich hatte dem Dummgeschwätz ja nichtmal was entgegen zu setzen. Ragazzi, das war nicht in Ordnung. Ich stehe zu Euch. Und Ihr? Lasst mich einfach hängen! Naja, worüber reg ich mich auf. Das kenn ich von den Männern in meinem Leben. Warum soll es bei meiner favorisierten Fußballmannschaft anders sein?

Als ich dann nach Hause fuhr und die warme Nacht um mich herum fühlte, lächelte ich endlich wieder. Denn in meinem Kopf schwirrte eines der schönsten Lieder, die ich kenne:

Notti magiche
inseguendo un gol
sotto il cielo
di un estate italiana...

E negli occhi tuoi
voglia di vincere..........................................................

P.S. Ihr Meister des Herunterladens: Es handelt sich um die Hymne der 90er WM in Italien. Den weiblichen Part sang Gianna Nanini. Beim männlichen bin ich mir nicht ganz sicher. Es könnte der einzigartige Umberto Tozzi gewesen sein. Könnte das Lied jemand für mich finden?

Samstag, 17. Juni 2006

*seufz*

Schweren Herzens muss ich mich jetzt wirklich in dieses Provinzkaff aufmachen. Ein letzter Gruß an die bestaussehendste Mannschaft des Turniers und die künftigen Weltmeister. Werde gegen neun ein ruhiges Plätzchen suchen und zumindest mal Fratelli d'Italia ganz leise vor mich hin singen... seufz

*prust*

Ich glaub's nicht! 1:0 Ghana... Wow... das ist einer der Gründe, warum ich Fußball liebe.

Abgebrochene Kontakte

Ich bin im Moment in ner schwierigen Phase. So ne Art Spätpubertät. Klar, ich tue Dinge, die nicht in Ordnung sind. Doch muss man deshalb sofort alle Türen zuschlagen? Mich einfach verteufeln? Mir keine Chance mehr geben? Sich einfach verpieseln, ohne ein Wort des Abschieds? Gegen mich sticheln, lästern, was weiß ich noch? Muss man das vor allem tun, wenn man um einiges älter ist? Ich bin mir ziemlich sicher, dass die fragliche Person auch einen langen Weg hinter sich hat. Wahrscheinlich hat sie, als sie in meinem Alter war, einige Menschen vor den Kopf gestoßen. Klar hat sie Recht, wenn sie meint, dass das, was ich tue, nicht in Ordnung ist. Doch angesichts ihres Alters und ihres Standings müsste sie doch eigentlich nur müde lächeln über mein Gebrüll. Müsste sie sagen können: "Ja, ja, Kleine, da war ich auch mal. Tob Du nur. Das gibt sich wieder." Stattdessen werden Türen zugeknallt. Endgültig. Keine Chance gelassen. Danke. Das ist wahre Größe.

Taufgeschenk

Manchmal könnte ich meine lieben Freunde echt in die Tonne kloppen. Sitze mit A. beim Frühstück. A. ist Ex-Investmentbanker und aktuell Heuschrecke, d.h. Private Equity Investor. Ansonsten aber ein lieber Kerl.

*Ich muss gleich in die Stadt, brauche noch ein Taufgeschenk für morgen. Was würdest Du einem halbjährigen Kind zur Taufe schenken?*

"Ein Investmentzertifikat."

AAARGHHH!

Ich hab dann mal so ein süßes rosa Plüschvieh mit Beißring gekauft...

DANKE

Das war's dann. Bye Bye Iran. Und bitte auch gleich alle Fans mitnehmen. Danke.

JA! JA! JA!

...nach den Erfahrungen des letzten Spieles erwartet ja nicht wirklich irgendwer von mir, dass ich mir wünsche, dass der Iran ein weiteres Spiel mehr als unbedingt nötig macht, oder? Zumal die schlaffen Säcke in einem erbärmlichen Fitnesszustand sind und in Sachen körperliche Gewalt auf dem Spielfeld an Ex-Jugoslawien kurz nach dem Krieg erinnern...

Freitag, 16. Juni 2006

Was mir grad einfällt

Der Prinz hat doch Recht gehabt, als er sagte: "Ich weiß nicht, warum Du so einen Wind um Argentinien - Holland machst, da wird eh schon alles entschieden sein."

Trotzdem: Ich freu mich!

Paule bei Waldi

Das ist genau das, was ich jetzt noch brauche.

Endlich mit Bier auf Couch.

Prost.

Moralischer

Mann Mann Mann, was bin ich heute wieder mies drauf...

Dabei habe ich sowas von keinen Grund, mich über irgend etwas aufzuregen. Ich blicke auf ein verplantes Wochenende, wegen neuerlicher IT-Probleme hab ich mich zeitigst aus dem Büro verpieselt, die Sonne scheint, morgen kuck ich mir ne neue Wohnung an, alles fantastisch, alles wunderbar.

Dennoch. Vielleicht war es seine Geschichte, die alte Erinnerungen wachrief. Vielleicht diese innere Stimme, die mir vorhin sagte, Mädchen, Du suchst keine Beziehung, Du suchst einen Freund, der immer da ist, wenn Du ihn brauchst. Da ist ein dicker Kloß in meinem Hals. Da ist diese extreme Unzufriedenheit mit meinem Leben, mit all der Oberflächlichkeit und dem Egoismus um mich herum. Klar, was reg ich mich auf, seit einigen Jahren tue ich mein Bestes, um Teil dieser Welt zu werden. Und gleichzeitig suche ich nach den "Endlich mal jemand, der nicht so ist" - Ankern. Die letzten zwei Jahre gab es da diesen Kollegen, mit dem ich täglich zusammenhing und der genau diese Bodenhaftung darstellte. Aber schon erstaunlich, wie schnell das Interesse nachlässt, wenn man nicht mehr für die gleiche Firma arbeitet. Öfter als 5x muss man die gleiche Person doch nicht fragen, ob sie mit einem Fußball kucken will, oder?

Alles um mich herum erscheint mir plötzlich so fremd. Ich bin gern Fremdkörper, das ist ok. Aber ich hätte gern diesen Ort, wo ich hinpasse. Diesen einen Menschen, in dessen Nähe ich mich nicht als Fremdkörper fühle und der weiß, was hinter meinen Sprüchen steckt.

Ich fühl mich mal wieder irgendwie liegengelassen. Wie schon so oft. Heute ist einer der Tage, an denen ich ohne Pause um mich schlagen könnte. Auf all die Ignoranz und Dummheit um mich herum. Auf all diese Scheinschönwelten. Warum gibt es eigentlich niemanden, mit dem man sich hemmungslos betrinken kann? Warum gibt es niemanden, der mich nimmt, wie ich bin? Warum muss ich mir immer irgendwas verkneifen und kriege, wenn ich es mal nicht tue, sofort die erhobenen Zeigefinger von allen Seiten?

Ihr könnt mich alle!

Oh NEIN!

Verdammt, ich krieg mein Privatleben und die WM nicht vernünftig unter einen Hut! Wer möchte mal kurz raten, ob die Party, zu der ich morgen abend eingeladen bin, von einem bekennenden Fußballignorant gegeben wird? Und ob nicht vielleicht zufällig gerade in dieser Zeit der künftige Weltmeister gegen die Amis spielt? Genau. Und wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass es sich hierbei nicht um einen Gastgeber handelt, der es tolerieren würde, wenn ich so gegen halb 12 angetrunken, in eine Italienfahne gehüllt und die Nationalhymne grölend bei ihm aufschlage, wird die gesamte Tragik meines Wochenendes offenbar. Dabei hab ich noch nicht mal erwähnt, dass ich Sonntag morgen auf eine Taufe muss, bei der es auch nicht besonders gut käme, wenn man mir den Kater vom Vorabend ansieht. Samstagabendfrust einmal anders. Gut is was anderes!

Grrr

Ich sollte aufhören, morgens Blogs zu lesen. Ärgere mich schon wieder bis zum Umfallen. Verdammtes Einheitsdenken. Wir sind ja alle so gleich, denken und fühlen dasselbe und mögen uns deshalb. Ich mag gerade die, die Dinge anders sehen und trotzdem respektvoll miteinander umgehen können. Und die Spaß verstehen. Aber offensichtlich scheinen hier nur Betroffenheitsgeschwätz, Verbrüderungssprache und Einbahnstraßendenken Erfolg zu haben. Nuja. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Dann bin ich lieber Außenseiter.

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Zuletzt aktualisiert: 6. Jul, 07:18

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